Postplatz

Aus Stadtwiki Görlitz
Zur Navigation springenZur Suche springen

Über den Postplatz

Der Postplatz gilt als zentraler und einer der schönsten Görlitzer Stadtplätze überhaupt. Seit 121 Jahren lädt der Postplatz ein im hektischen Großstadtgetriebe innezuhalten, sich auf den Bänken auszuruhen und den Blumenschmuck zu bewundern, den fleißige Gärtnersleute im Frühjahr pflanzen. Der Postplatz hat schon sehr viel gesehen und Viele haben auch den Postplatz gesehen. Vom "Postplatz" über den "Hindenburgplatz" zum "Platz der Befreiung" wieder hin zum "Postplatz" reicht das Namenskarussel, dem Platz hat es nicht so sehr geschadet, er erstrahlt heute schöner denn je. Höhepunkt war zweifelsohne die Rückkehr der "Muschelminna" am 1. Mai 1994. Tausende von Menschen waren gekommen, um dieses Schauspiel, dem Aufsetzen der Muschelminna, zu verfolgen. Wer es nicht erlebt hat, hat etwas verpasst.

Möglich wurde die Errichtung des Platzes, nachdem 1863 der Kaufmann Eduard Schultze für 26300 Taler Grundstück und Gebäude des vorher hier gelegenen Frauenhospitals erwarb. Dem halbrunden Postgebäude wurde ursprünglich spiegelverkehrt ein ebenso halbrunder, begrünter Platz gegenübergestellt. Er wurde von Bäumen, von denen heute noch 2 übrig sind, umsäumt. Vor dem Postgebäude fuhr die Straßenbahn entlang. Als 1877 der schlesische Oberpräsident von Puttkamer Görlitz besuchte, regte er die Verschönerung des Platzes mit einem Brunnen an. 1937 wurden die Straßenbahnschienen verlegt und die sternförmigen Wege direkt zum Brunnen verfüllt.

Wichtige Gebäude am Postplatz sind die Hauptpost(ehemals Telegrafenamt), das gegenüberliegende Gerichtsgebäude mit Untersuchungsgefängnis, nördlich der geschlossene Gebäudekomplex des ehemaligen "Victoria Hotels" und das ehemalige "Wiener Kaffee" an der Ecke zur Theaterpassage. Auf der Südseite schließen kleinere Geschäfte an die Berliner Straße an. Hervozuheben ist hier das "Webelhaus" in der Mitte mit seinem Familienwappen.

Die Villa am Postplatz 6 gehörte seit Ende des 18. Jahrhunderts Rechtsanwälten bzw. Notaren, darunter dem Justizrat, Rechtsanwalt und Notar Albert Nathan[1], der dort u. a. mit seinem Sohn, dem promovierten Juristen Hans Nathan, eine Rechtsanwaltskanzlei in Bürogemeinschaft - bis zu dessen Emigration zu Beginn der Zeit Nationalsozialismus - unterhielt. Anfang der 1990er beherbergte die Villa den "Eine Welt Laden". Als eines der beiden Wächterhäuser in Görlitz sieht die Villa seit Juni 2009 verschiedenste Nutzer (z.B. Stille Post Club, Kultours e.V.) die das Gebäude in Eigenleistung renovieren und sich für die Belebung der Innenstadt durch Kultur einsetzen. Die Wächterhausinitiative basiert auf der Arbeit von Goerlitz21 e.V., Postplatz 6 und Haushalten e.V. Leipzig.

Im Jahre 2012(?) wurde die Muschelminna saniert und der Platz neu gestaltet. Eine vorangegangene Bürgerbefragung (Februar 2012) ergab, die bestehende Gestaltung weitestgehend zu erhalten. An der Befragung nahmen nur 950 Bürger teil, 30000 Umfragezettel wurden ausgeteilt. Trotzdem entschied die Stadt, zur ursprünglichen Gestaltung, dem Wegekreuz, zurückzukehren. Im Jahre 2017 wurde die umgebende Straße zu einer "Fußgängerstraße" umgebaut. Die umfängliche Neugestaltung (seit 2014) des Platzes wurde Ende September 2019 mit der Freigabe für den Verkehr beendet.

Fotoimpressionen

Lage

Die Karte wird geladen …

Einzelnachweise

Fußnoten

  1. Görlitzer Addressbücher: z.B. Heffter, Werner Rechtsanwalt und Notar, (Bd. 1889); Nathan Albert (Bd. 1932/1933)