Kulturhistorisches Museum

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Das Kulturhistorische Museum Görlitz befindet sich in drei denkmalgeschützen Gebäuden, dem Kaisertrutz, dem Reichenbacher Turm, beide am Platz des 17. Juni, und dem Barockhaus Neißstraße 30.

Anschrift

Kulturhistorisches Museum Görlitz
Neißstraße 29
02826 Görlitz

Telefon: 03581 - 671355
Telefax: 03581 - 671704
Email: mailto:museum@goerlitz.de
Internet: http://www.museum-goerlitz.de

Kaisertrutz
Abend am Kaisertrutz

Öffnungszeiten

Reichenbacher Turm Mai - Oktober, Montag - Sonntag, 10 - 17 Uhr

Allgemeines

Bemerkenswert ist die mittelalterliche Baugruppe Kaisertrutz und Reichenbacher Turm, die das Stadtbild im Zentrum prägt und einen Teil der Sammlungen enthält.

Die Sammlungen des Museums umfassen Zeugen zur Stadtgeschichte von den Anfängen der Besiedlung bis zur Gegenwart, Gemälde des 18. bis 20. Jh., Kunsthandwerk und Bestände zur Wissenschaftsgeschichte der Oberlausitz, herausragend ein Physikalisches Kabinett (18. Jh.), sowie Personalausstellungen zu dem Philosophen Jakob Böhme, der Görlitz weltweit bekannt gemacht hat und dem Maler und Schriftsteller Johannes Wüsten (1896-1943), dessen Gesamtwerk gewürdigt wird. Leistungen des Museums sind: Sonderausstellungen in allen drei Gebäuden, Führungen, Vorträge und Sonderveranstaltungen, Konzerte bei Kerzenschein und Angebote für Senioren, Familien sowie für Unterricht und Freizeit.

Museumsgeschichte

  • 1726 schenkt der Schweidnitzer Advokat Johann Gottlieb Milich seine umfangreiche Bibliothek mit Raritätensammlung dem Görlitzer Magistrat. Beides wird im Rathaus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Später werden die Sammlungen in der Börse aufgestellt.
  • 1779 gründen Vertreter des Oberlausitzer Adels und des Bürgertums in Görlitz eine der ältesten deutschen Gelehrtengesellschaften. Die Initiatoren Karl Gottlob von Anton und Adolf Traugott von Gersdorf übereignen ihre Privatsammlungen an Büchern, Grafiken, wissenschaftlichen Instrumenten, Modellen sowie Gesteins- und Münzsammlungen der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften.
  • 1803 kauft Karl Gottlob von Anton das Wohn- und Handelshaus Neißstraße 30 als Domizil für die Gesellschaft.
  • 1873 wird das Städtische Museum für Altertum und Kunst gegründet. Es beherbergt vor allem archäologische Funde, Objekte aus der städtischen Rüstkammer und Zeugnisse der Görlitzer Zünfte.
  • 1888 ruft Ludwig Feyerabend in Görlitz die Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte der Oberlausitz ins Leben.
  • 1902 wird die Oberlausitzer Gedenkhalle - der heutige Dom Kultury im polnischen Zgorzelec - eingeweiht.
  • 1903 wird das Kaiser-Friedrich-Museum in der Oberlausitzer Gedenkhalle gegründet und 1904 eröffnet. Der erste Museumsdirektor heißt Ludwig Feyerabend. Neben einer Gemäldegalerie werden vor allem kunstgewerbliche, archäologische und heimatkundliche Exponate ausgestellt.
  • 1932 wird nach Umbauarbeiten der Kaisertrutz mit den Abteilungen Stadtgeschichte und Ur- und Frühgeschichte als Museum eröffnet. Im gleichen Jahr richtet man im Barockhaus Neißstraße 30 mit Beständen des städtischen Museums, der Milichschen Bibliothek und der Oberlausitzischen Gesellschaft das Graphische Kabinett ein.
  • 1936 wird das Museum in "Städtische Kunstsammlungen" umbenannt.
  • 1943 und 1944 werden die Kulturgüter der Stadt Görlitz in ländliche Gebiete ausgelagert. Nur ein Teil der Sammlung kehrt nach dem Krieg nach Görlitz zurück.
  • 1947 wird die Museumsarbeit in Görlitz wieder aufgenommen.
  • 1948 wird der Kaisertrutz mit veränderter Ausstellung wieder eröffnet.
  • 1951 wird das Barockhaus Neißstraße 30 als zweites Haus des neuen Städtischen Museums eröffnet.
  • 1953 wird auch der Reichenbacher Turm als Aussichtsturm und für kleinere Ausstellungen Teil des Museums.
  • 1998 werden das Kulturhistorische Museum, das historische Ratsarchiv und die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften zu den "Städtischen Sammlungen für Geschichte und Kultur Görlitz" vereint.
  • 2009 bis 2011 Kaisertrutz und Barockhaus wurden saniert und auf die 3. Sächsischen Landesausstellung vorbereitet.
  • 28. April 2011- Eine neue "Entgeltordnung der Städtischen Sammlungen für Geschichte und Kultur Görlitz" wird vom Stadtrat beschlossen.
  • 21. Mai-31. Oktober 2011 3. Sächsischen Landesausstellung: "viaregia" 800 Jahre Bewegung und Begegnung
  • 2012 Eröffnung der neu gestalteten Dauerausstellung

Sammlungen

  • Wissenschaftsgeschichtliche Sammlungen
  • Kunstsammlungen
    • Die Kunstsammlungen des Museums umfassen hauptsächlich Werke, die mit der vielgestaltigen Kunstgeschichte der Stadt Görlitz und der Oberlausitz verbunden sind. Sie bieten einen einzigartigen Überblick über diese mitteleuropäische Kulturlandschaft zwischen Sachsen, Böhmen und Schlesien. Bedeutende mittelalterliche Skulpturen wie die "Maria in der Hoffnung", um 1400, spätgotische (Malerei) Tafelbilder und Textilien sind im Kaisertrutz ausgestellt. Wichtige Beispiele von Malerei, Plastik und Kunsthandwerk des 16.-18. Jahrhunderts findet man vor allem im Barockhaus. Dort wird auch eine schöne Kollektion von Gemälden der der Aufklärung Aufklärungszeit und frühen Romantik gezeigt, u.a. von Johann Eleazar Zeisig genannt Schenau, Jacob Philipp Hackert und Gareis. Der Schwerpunkt der Sammlungen liegt in der Görlitzer Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Johannes Wüsten im Zentrum.
  • Das Graphische Kabinett
  • Archäologische Sammlung
    • Zu den Beständen der archäologischen Sammlung des Museums zählen über 400.000 Fundgegenstände. Damit gehört sie zu den umfangreichsten kommunalen Kollektionen ihrer Art in den neuen Bundesländern. Die außergewöhnliche Qualität einzelner Stücke verleiht der Sammlung insgesamt eine internationale kulturhistorische Bedeutung. Das Alter der gesammelten archäologischen Hinterlassenschaften reicht von der Altsteinzeit - etwa 12.000 Jahre v. Chr. - bis etwa in das 17. Jahrhundert. Die zeitlichen Schwerpunkte der Sammlung liegen in der mittleren und jüngeren Steinzeit (zwischen 6.000 und 3.000 v. Chr.), der Bronze- und frühen Eisenzeit (zwischen 1.200 und 400 v. Chr.) - der sogenannten Lausitzer Kultur, der germanischen und slawischen Zeit zwischen dem 3. und 12. Jahrhundert. Den regionalen Sammlungsschwerpunkt bildet traditionell die ehemals preußisch-niederschlesische Oberlausitz. Fast ein Drittel der Funde stammt aus dem heute zu Polen gehörenden Kreis Lauban(powiat Luban) sowie den östlich der Neiße gelegenen Teilen der ehemaligen Kreise Rothenburg (powiat Zary) und Görlitz (powiat Zgorzelec).


Weblinks

Quellenangabe